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Kurztrip nach Reims und Umgebung 01. - 03.08.2014

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Gast


Gast
Mit Steiner, seiner besseren Hälfte, Uwe und 39er war ich am letzten Wochenende in der Gegend um Reims unterwegs. Hier ein paar Fotos:

Fotoalbum Reims 1

Fotoalbum Reims 2

Nachdem wir am Freitag erst gegen Abend im Einsatzgebiet angekommen waren und zusammenfanden, haben wir uns zunächst zwei Langer Max - Stellungen bei St. Hilaire le Petit und Heutregiville angesehen. Diejenige bei St. Hilaire le Petit ist noch nahezu komplett erhalten und sehenswert, die bei Heutregiville kann man nur noch an Hand von Karten im Gelände zuordnen.

Samstags fand in Berry au Bac eine deutsch-französische Veranstaltung statt unter Beteiligung von Lehrkräften und Studenten mehrerer deutscher und französischer Universitäten sowie regionaler und kommunaler Verbände und Vereine, die für mich der Hauptgrund dieses Ausfluges war. Wir durften netter Weise an einer eigentlich rein internen Führung auf die Höhe 108 teilnehmen. Dort sollen in den kommenden Jahren weitere Forschungen stattfinden und es soll ggf. auch ein militärhistorischer Besichtigungspfad entstehen. Man hatte schon damit begonnen, einige Bereiche, so an dem großen Trichter und dem deutschen betonierten Beobachter östlich davon, von dem sehr dichten Bewuchs zu befreien.

Zudem waren wir samstags im Bois des Buttes und haben uns den Regimentstunnel sowie weitere Stellungsreste angesehen. Für eine Unterholztour war es aber definitiv zu warm und zu grün, so dass wir uns nachmittags auf eher freiligende Besichtigungspunkte konzentrierten. So haben wir uns das leider um diverse Bronzetafeln und Bildnisse erleichterte Tank-Memorial bei Berry au Bac angesehen. Nach der Exkursion auf Höhe 108 sind wir zu der Gedenkstätte bei dem ehemaligen Dorf Sapigneul gefahren. Sodann waren wir auf Höhe 100, die die Franzosen Mont Espin nannten und auf der, wie auf Höhe 108 bei Berry au Bac sowie Höhe 91 bei Sapigneul, bis Ende 1917 die deutsche Hauptstellung verlief. Alle drei Höhen hatten in dem umliegenden Flachland eine immense strategische Bedeutung. Ein wenig Unterholz haben wir uns dann auf Höhe 100 doch noch angetan. Im dortigen Waldgelände sind noch jede Menge Stellungsreste auszumachen. Anschließend haben wir noch den deutschen Soldatenfriedhof Loivre besucht, der sehr nett im ackerbaulichen Nichts gelegen ist. Eine kleine Wanderung vom Fort Brimont zur westlich gelegenen Anschlussbatterie zeigte auch dort massiven Bewuchs und kaum auszumachende Reste der Anlage.

Sonntags ging es zu einer kurzen Einführungstour an den Chemin des Dames. Bei Paissy erklommen wir die Höhen, um zu verinnerlichenn, welchen schwierigen Weg die Franzosen bei den Angriffen ab April 1917 gehen mussten. Die Deutschen hatten vor dem "Nivelle Offensive" genannten Angriff der Franzosen bei einem gefallenen französischen Offizier den grundlegenden Angriffsbefehl gefunden und konnten sich also auf das Kommende einstellen. Es kam ab Februar 1917 zur so genannten Operation Alberich, einer massiven Rückzugsbewegung der Deutschen in die so genannte Siegfriedstellung, die auch die Rücknahme der Einheiten am Chemin des Dames zur Folge hatte. Die Deutschen hinterließen dabei einen breiten Streifen verbrannte Erde, verminte Dörfer/Wälder, vergiftete Brunnen. Von der Aisne bis an den östlichen Rand der Champagne erwartete man den französischen Angriff und hatte sich massiv verstärkt mit Truppen und zusätzlich errichteten Stellungen. Das für die Franzosen verheerende Ergebnis der Offensive ist bekannt.

Besichtigt haben wir dann zunächst die Gedenkstätte Cernay en Laonnois mit französischem und deutschem Friedhof sowie die WK2-Kriegsgräberstätte Malmaison mit ca. 11.000 deutschen Gefallenen. Diese fällt thematisch etwas heraus aus einer WK1-Exkursion. Aber nur so lange, bis man sich die Geburtsdaten der Soldaten anschaut, die als Gefallene des Zweiten Weltkriegs dort beigesetzt wurden, wo ihre Väter im Schützengraben standen und starben. Die Meisten der jungen Männer wurden während des Ersten Weltkriegs geboren. Es handelte sich also um die unmittelbar folgende, zweite geopferte Generation Europas. Ein beklemmender Umstand!

Im Anschluss haben wir kurz die Chapelle Sainte Berthe von außen angesehen, wo sehr hart gerungen wurde. Dann wurde ein eher unbekanntes deutsches Denkmal an einer Dorfkirche unmittelbar hinter den vorderen Linien bestaunt, bevor in die sehr sehenswerte Beauregard-Höhle bei Pagny-Filain geklettert wurde. Im Anschluss ging es bei Chavonne/Soupir dann noch zum Bereich "Les Grinons" mit einer ehemaligen Bäckerei sowie weiteren Unterkunftsstollen im Kreidefels und in die Krüger-Höhle.

Eigentlich wollte ich noch die Elefantenhöhle nördlich Soupir suchen, nur ergab sich auch hier wieder die witterungsbedingte "Unlust" im Unterholz, in das wir tiefer hinein gemusst hätten. Wir haben deshalb auch in Anbetracht des schon fortgeschrittenen Tages den Ausflug in Paissy mit einem wie immer sehr gelungenen Mahl aus Steiners Feldküche beendet.

Ich fand die Tour trotz der Kürze und des nur gedrängt möglichen Programms sehr interessant und vor Allem auch die Abende mit Gesprächen beim Bier im Ibis Hotel in Reims mal wieder sehr gelungen. Gerne in der Besetzung immer wieder!

Wenn ich einen interessanten Punkt oder Aspekt vergessen habe, mag ihn bitte wer ergänzen.

Wer Fragen zu den einzelnen Punkten und militärhistorischen Ereignissen hat, kann mir gerne eine PN schreiben.



Zuletzt von MortHomme am Mi 6 Aug 2014 - 8:31 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

Eierschanze


Dank an Morthomme für den ausführlichen Bericht. Da gibt's nix zu ergänzen.

Trotz des vollen Programmes und der Kürze der Zeit, sowie fortgeschrittener grüner Natur
war die Tour wieder Mal ein Erlebnis.

Die aufgesuchten Orte und nicht zuletzt auch die angenehme Atmosphäre, zu der alle Teilnehmer beigetragen haben, hinterliessen wiederum den Eindruch eines tollen Wochenendes.

Von Glück muss man im Bezug aufs Wetter sprechen. Auch wenn es warm und manchmal drückend war,
so blieb uns eine kräftige Dusche von oben erspart. Während im Tour Gebiet die Sonne schien, klatschte in
der Heimat so mancher Starkregen herab. Ein Eindruck dessen was hätte kommen können durften wir auf dem Heimweg erfahren.

Den Hinweg nutzen wir mit einem Besuch des im letzten Jahr neueröffnetem War Museum in Bastogne.
Wobei "neu" sich auf Renovierung und Erstellung eines neuen Konzeptes des bereits früher vorhandenem musealen Bereiches bezieht. Empfehlen möchte ich das Museum aber nur bedingt, da hier der Charme
dem scheinbar neuem Besucherbedürfnis angepasst wurde. Sprich: Viele perfekt ausgeleuchtete Vitrinen, mit steril wirkendem Äusseren, sowie insgesamt 3 Kinofilm-Vorführungen, Eine davon sogar in 3-D.
Leider waren auch Beschriftungen nicht immer richtig, Waffenbezeichnungen wurden teils schon mal verwechselt.

Zu guter Letzt möchte ich an dieser Stelle nochmal das Thema wechseln und erwähnen, das die Bewohner, die wir in der Gegend um Reims und Champagne antrafen uns ausnahmslos freundlich und hilfsbereit  gegenüber auftraten. Kein Schimpfen, Misstrauen, oder Verjagen, sondern ehrliches Bemühen Hinweise an den Mann (oder Frau) zu geben.

Leider lässt sich das nicht in jeder Gegend feststellen und sollte daher mal erwähnt werden.

Admin

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Admin
Tolle Fotos und Berichte, super Tour!

Vielen Dank!!!


_________________
Liebe Grüße

René

René Reuter - www.verdunbilder.de
http://verdunbilder.forumieren.com

Eierschanze


Der Gonzo


Moin Moin

Echt toller Bericht und super Bilder bounce 

amigo

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Toller Bericht, vielen Dank.

7 Trip nach Reims 01. - 03.08.14 am Mi 27 Aug 2014 - 17:59

Uwe

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Hallo,
auf der Fahrt nach Reims habe ich in Verdun erst noch einmal nach dem Kahlschlag westlich Souville gesehen. Eine große Erklärungstafel ist dort aufgestellt und soweit ich rausbekommen habe, soll da eine Neuaufforstung geschaffen werden. Dies läßt aber Zweifel zu, wenn man sich den derzeitigen Zustand der Parzelle anschaut.



Für einen Freitag, 11.30 Uhr waren da auffallend viele Besucher. Vor dem Douaumont habe ich allein 5 Busse und ca. 50 PKW gesehen, wovon, soweit ich im Vorbeifahren sah, einer ein deutsches Nummernschild trug. Im Fort muß Betrieb gewesen sein wie zu aktiven Zeiten!

Für mich ging es weiter nach Romagne sous Montfaucon.

Leider muß ich hier erstmal abbrechen, da das folgende Bild nach 80 Minuten immer noch nicht zum Kopieren erschienen war. Ich glaube nicht, daß ich etwas falsch gemacht habe. Der Service ist m.E. nicht in der Lage, mehr als zwei Bilder zu generieren. Es fällt auf, daß in letzter Zeit kaum noch Bilder übers Forum kommen. Hat jemand Kenntnis?

Grüße, Fortsetzung versuche ich.

Uwe

Eierschanze


Hallo Uwe,

dank Dir für die aktuellen Bilder vom Souville. Ist schon richtig, das das uploaden von Fotos
ein wenig anders und aufwändiger ist als beispielsweise bei FB. Daher hab ich mir beim letzten Mal
auch nicht mehr die Mühe gemacht und direkt mit FB verlinkt.

Aber gib nicht auf, kann auch sein das gerade der Server ein wenig "gehakt" hat. Weitere Eindrücke
sind herzlich willkommen.

Grüße

Oliver

Gast


Gast
Hallo, ich habe das auch mal versucht. Im Moment scheint der Server sehr langsam zu arbeiten bei uploads. Ggf. die Bilder etwas verkleinern.

Admin

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Admin
Ja, das habe ich leider auch schon feststellen müssen. Hatte gedacht, dass das Problem bei mir liegt...


_________________
Liebe Grüße

René

René Reuter - www.verdunbilder.de
http://verdunbilder.forumieren.com

JulianJ

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Eine Frage: Welcher Bereich genau wird denn da jetzt aufgeforstet? Haben die vor, dass Fort Souville "abzuholzen" wie Douaumont oder Vaux?

Timo

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Glaube ich nicht Julian! Rund um Fort Souville ist der Wald nicht so hoch, jedenfalls oberhalb des Weges der von der Straße Richtung Fort Vaux zum Kriegseingang führt. Aber ich schaue mir das mal am Samstag an und mache mal ein paar Bilder!


_________________
Viele Grüsse
Timo        
petitdepot@panoramio

Uwe

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Ihr lieben Jungs,
vielen Dank für Eure prompten Reaktionen auf meinen gestrigen, teilweise gefrusteten Beitrag. Da ich kein großer IT`ler bin, ist es für mich doch beruhigend, daß sogar Renè als Webseitenbetreiber seine Selbstzweifel hatte. Versuche heute nachmittag eine Fortsetzung.

Für Julian und Interessierte:
Die abgeholzte Parzelle liegt direkt neben (östlich) dem Maginot-Denkmal und reicht bis zur Straße. Souville ist davon nicht betroffen.


Links geht`s zum Souville in den Wald hinein.

Grüße
Uwe

Timo

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OK, hat sich ja dann anhand Uwe`s Bild schon erledigt!!! Very Happy Zeige euch dann mal wie es zur Zeit am "Kap der guten Hoffnung" aussieht......(Denkmal IR 24, Denkmal Pionierbatallion Nr. 30, Riedel-Grab)


_________________
Viele Grüsse
Timo        
petitdepot@panoramio

Uwe

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Von Verdun ging es direkt nach Romagne sous Montfaucon. Dort habe ich natürlich zuerst nach dem deutschen Soldatenfriedhof gesehen. Sprachlos steht man jetzt vor der einst so schönen und mystischen Stätte!


Von dort fuhr ich zu unserem Freund Jean-Paul de Vries und machte bei einem riesigen Sandwich eine Mittagspause. J.P. hat sein Sortiment leicht erweitert. Man kann nun auch diverse Bajonette in erstaunlich gutem Zustand erwerben. Könnte sein, daß es sich um Kommissionsware der umliegenden Einheimischen handelt.

Nach dem Imbiss folgte eine urgemütliche Genußtour bei strahlendem Wetter durch die Argonnen, an den bekannten Plätzen vorbei, nach Massiges. Es war kaum jemand unterwegs und die Straßen waren frei wie im Yukon.

In Massiges staunte ich über Fortschritte in dem dortigen großartigen Freiluftmuseum. Die Verantwortlichen waren sehr fleißig und haben eine beeindruckende und zugleich bedrückende Schlachtfelddarstellung geschaffen. Das großkalibrige Monstrum lag ebenfalls noch herum.



Grüße
Uwe



Zuletzt von Uwe am So 31 Aug 2014 - 15:37 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

Timo

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Naja, immerhin nimmt der Friedhof wieder "Gestalt" an...wenn die Kreuze wieder stehen....


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Viele Grüsse
Timo        
petitdepot@panoramio

17 Friedhof Romagne am So 31 Aug 2014 - 15:13

Uwe

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Ein paar Kreuze - das ist genau die Feststellung. Mehr als ein paar sind es nicht, obwohl laut Infotafel die Arbeiten abgeschlossen sein sollen.




Da fehlen doch noch welche!

Grüße
Uwe

Eierschanze


Normalerweise müsste dann nach Abschluss der Arbeiten der Text geändert werden.
Ich gehe davon aus das hier der Begriff "Sommer 2014" recht dehnbar ist

Uwe

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Von Massiges ging es in die Gegend, wo wir uns alle treffen wollten - nahe der Navarine Nekropole. Dort angekommen, erfuhr ich, daß meine Freunde soeben Köln verlassen hätten! Nun hatte ich Zeit und nutzte sie. Heute war die Nekropole geöffnet und der dortige freundliche Verantwortliche freute sich, daß jemand kam und führte mich herum.
Von dort fuhr ich zur Geschützstellung Semide, die in Olivers "Bunkerheute"-Seite sehr schön dokumentiert ist.
Blanc Mont war mein nächstes Ziel. Hier ist der amerikanische Gedenkstättencharakter sehr deutlich. Alles sehr aufgeräumt und gepflegt.
Danach noch ein kurzer Besuch auf einem französischen Soldatenfriedhof und Monument, den mir Stefan empfohlen hatte.
Es wurde Zeit, sich dem Tagesziel Reims zu nähern. Dafür nutzte ich die D64, die mitten durch das militärische Sperrgebiet führt und entsprechend wilde Ausblicke bot. Am Cornillet vorbei, erreichte ich erstaunlicherweise auf Anhieb das Hotel Ibis in Tinqueux. Erstaunlicherweise deshalb, weil es unter Reims in meinem Navi diese Adresse gar nicht gibt, was ich meinem alten Equipment (2008) zuschrieb. Später stellte ich fest, ich hätte unter Tinqueux suchen müssen!
Am Abend trafen alle Freunde, teilweise noch genervt von der anstrengenden Arbeitswoche, wohlbehalten ein.
Die beiden folgenden Tage hat Stefan in seinem Bericht sehr schön und ausführlich beschrieben.
Es war eine rundum gelungene und schöne Tour nicht zuletzt wegen der beteiligten Freunde. Danke Euch allen.
Zum Schluß ein Bild des Kraters auf Höhe 108 und die bunte Gesellschaft, die den Ausführungen des sympathischen Bürgermeisters von Berry au Bac folgt.




Für mich ging die Tour noch ein paar Tage durch Nordfrankreich und Flandern weiter, wovon ich gerne in den nächsten Tagen noch berichten werde.

Grüße
Uwe

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