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Sternwerk im Haumontwald

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1 Sternwerk im Haumontwald am Mo 19 Mai 2014 - 9:41

Gast


Gast
René war mit einigen Kollegen an unserem Osterausflug noch im Haumontwald, um das Sternwerk zu finden. An Hand der Schilderungen anderer Mitstreiter, die angeblich bereits vor längerer Zeit dort gewesen sind, war ich der Meinung, dass man kaum noch etwas von den französischen Stellungen dort auffinden kann. Das scheint an Hand der Feststellungen an Ostern dann doch wohl anders zu sein! Hier ist der Bericht von René:

http://www.verdunbilder.de/sternwerk-im-haumontwald/

Im Vorfeld hatten wir bereits diskutiert, ob es ein oder mehrere Sternwerke im Haumontwald gab. Dazu habe ich noch einige Anmerkungen:

Bei der Anlage stellt sich an Hand unterschiedlicher truppengeschichtlicher Dokumentationen die Frage ihres Aufbaus sowie der Ausbaustärke. Teilweise ist allgemein die Rede von einer Sternwerk-Stellung, von nur einem Sternwerk, von einem Großen und Kleinen Stern, von betonierten Unterständen und MG-Stützpunkten, teilweise von einer reinen Erdbefestigung.

Das gesamte Areal lag am Nordost-Rand des Haumontwaldes. Die deutsche Artillerie hatte diesen Bereich bei ihrem Vorbereitungsfeuer im Wesentlichen verfehlt, so dass die Franzosen aus ihren Stellungen heraus massiven Widerstand leisten konnten.

Die Karte, die René in seinem Bericht eingestellt hat, stammt aus der Regimentsgeschichte IR 159. Die Fotos stammen aus einem Karten-/Bildband, der u.a. Stellungskarten des Bereichs und Fotos zeigt, die unmittelbar nach den Kämpfen aufgenommen wurden. Hier habe ich den kompletten Bericht bei Scribd:

Kämpfe nördlich Verdun

Wer ihn haben möchte, kann mir gerne eine Mail oder PN schreiben.

Das IR 159 war der 14. Reserve-Division unterstellt und diese dem VII. Reserve-Armeekorps, das am rechten Flügel der gesamten Angriffsfront nordöstlich Verdun stand. In der Regimentsgeschichte des IR 159 ist auf Seite 129 explizit die Rede von betonierten Unterständen und Scharten.

Das Reichsarchiv hält im 1. Verdun-Band auch eine Karte bereit. Da ist die Rede von zwei Infanteriewerken im Haumontwald, einerseits das Sternwerk, andererseits der "Kleine Stern":



Bei dem Kleinen Stern ist explizit ein Blockhaus eingezeichnet.

Das passt zur Schilderung in der Regimentsgeschichte RIR 39 auf Seite 59/60. Das Regiment war der 13. RD und ebenfalls dem VII. Res. AK unterstellt und hatte am 21.02.1916 an der Nordost-Ecke des (damaligen) Waldes aus einem Blockhaus die ersten Gefangenen eingebracht. Auf Seite 59 ist eine Skizze enthalten, die die Stellungen sowie die Kompanie-Verteilung bei dem Angriff zeigt, jedoch ohne die Bezeichnung Sternwerk zu benützen oder einen anderen Hinweis zu geben, wo sich ein befestigter Stellungsbereich befunden hat. Das Regiment hat an diesem "Kleinen Sternwerk" massive Verluste erlitten.



Zu der Darstellung im Reichsarchiv-Band sowie bei RIR 39 passt auch die Schilderung in der Regimentsgeschichte des RJB 7, ebenfalls 13. RD, VII. Res. AK, auf Seite 91. Dort ist die Rede von der "Stern-Stellung", bestehend aus einem nördlich gelegenen Großen Stern, der seltsamer Weise als Unterkunftsbereich in der Regimentsgeschichte beschrieben ist, sowie einem mit Blockhäusern befestigten Abschnitt, dem Kleinen Stern. Die dazugehörige Skizze:



Danach scheint es tatsächlich so gewesen zu sein, dass das eigentliche Sternwerk (RJB 7: "Großer Stern") nicht mit Beton befestigt war, sich entsprechende Unterstände, MG-Stände und/oder sonstige betonierte Einrichtungen aber im Bereich des "Kleinen Stern" befanden.

Das will ich noch etwas genauer erkunden. Man muss sich das vor Ort mit entsprechendem Kartenmaterial und Geodaten nochmals ansehen. Das lässt sich kombinieren mit dem im letzten November nicht gefundenen Unterstand bei Flabas. Daraus könnte man dann eine Tagestour bis in den Bereich Ormont-Wald/Haumont gestalten und sich dabei sowohl die Kampfbereiche aus 1916 als auch die späteren deutschen Auffangstellungen aus 1917/1918 ansehen.

Mich würde interessieren, wo genau die einzelnen Fotos aus Renés Bericht entstanden sind, besonders die mit den "Betonkrümeln". Hat jemand Ostern vielleicht Koordinaten aufgezeichnet? Wenn ja, hätte ich die gerne per PN.

Ansonsten ist hier alles willkommen, was zum Thema passt.



Zuletzt von MortHomme am Mo 19 Mai 2014 - 15:09 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

2 Re: Sternwerk im Haumontwald am Mo 19 Mai 2014 - 15:07

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Hallo Stefan, vielen Dank für Deine Ausführungen und das Material. Ich werde später noch mal genauer drauf eingehen. Hier aber schon mal die Koordinaten: Weiß leider nicht, wie man den Google Earth-Link verschickt, daher nur ein Screenshot...
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Bis gleich mal.


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3 Re: Sternwerk im Haumontwald am Mo 19 Mai 2014 - 15:34

Gast


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Hallo René,

das könnte der Bereich des zerschossenen Unterstandes (Bild 17) aus dem Fotobericht sein. Das würde dann ggf. auch geringe Mengen Beton erklären.

Wie ich es sehe, war der Große Stern tatsächlich eher ein Unterkunfsbereich mit Unterständen. Diesen Kleinen Stern müsste man mal suchen mit dem mehrfach genannten Blockhaus. Zudem die vordersten Gräben.

4 Re: Sternwerk im Haumontwald am Mo 19 Mai 2014 - 15:53

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Glaube ich nicht. Müsste meiner Meinung nach Bild 15 + 16 sein.
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5 Re: Sternwerk im Haumontwald am Mo 19 Mai 2014 - 18:32

JulianJ

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Wurde der Bereich denn nach dem Februar 1916 weiter genutzt bzw. fanden dort später noch einmal Kampfhandlungen statt?

6 Re: Sternwerk im Haumontwald am Mo 19 Mai 2014 - 19:28

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Hi Julian, Kampfhandlungen haben da meines Wissens nicht mehr stattgefunden (nur noch Artillerie). Der Angriff ging am nächsten Tag weiter. Da wurde der Ort Haumont eingenommen, wo sich die Deutschen dann fest bissen. Dann zur Maas Brabant - Samogneux - Höhe 344 - Pfefferrücken - Louvemont usw........
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7 Re: Sternwerk im Haumontwald am Mo 19 Mai 2014 - 21:19

Gast


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Kämpfe gab es im Haumontwald nicht mehr, auch 1917/1918 nicht.

Im Bereich der ehemaligen französischen Stellungen war schon 1917 ein Auffangriegel geplant, genannt "Krücken-Riegel". Dieser sollte von der Höhe südlich der Krücken-Schlucht bis zur Müller-Schlucht östlich des Müller Platzes verlaufen. Die Stellung war geplant zwischen Hagen-Stellung/Haumont-Riegel im Süden sowie der Volker-Stellung im Norden/Nordosten. Es blieb aber wohl im Wesentlichen bei Angrabungen sowie Trassierungen des beabsichtigten Stellungsverlaufes. Nennenswert ausgebaut wurde dort sicher nicht mehr. Auf diversen Karten ist der Bereich als stellenweise bedingt abwehrbereit angegeben. Da diese Stellung im Umfeld des ehemaligen franz. Sternwerkes verlief, muss man ggf. differenzieren, was man dort heute noch sieht. Das könnten auch Reste der deutschen "Krücken-Stellung" aus 1917 sein.

Im August 1917 wurde im Bereich des Haumont-Riegels östlich des Dorfes Haumont bis Beaumont nochmals härter gekämpft. Eingsesetzt waren dort im Wesentlichen die IR 476 und 127, weiter östlich IR 475. Der Regimentsgefechtsstand "Marder" des IR 476 befand sich im südöstlichen Bereich des Haumontwaldes.

Nachfolgend ein Ausschnitt einer Karte aus dem Kriegstagebuch des IR 475 (HStA Stuttgart) von Ende Juli 1917.



Den Bereich, wo sich der Regimentsgefechtsstand befand, kann man sich auch mal genauer ansehen, ebenso, ob von dieser 1917er-Stellung noch etwas sichtbar ist.



Zuletzt von MortHomme am Mi 21 Mai 2014 - 9:20 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

8 Re: Sternwerk im Haumontwald am Di 20 Mai 2014 - 8:49

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Hier habe ich mal 2 Aufnahmen vom Sturmangriff. Ob die allerdings authentisch sind, wage ich zu bezweifeln.

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Die erste Welle startete am 21.02.1916 um 17:00 Uhr. Auf den Bildern ist aber schon die 4. Welle unterwegs. Wenn die mit 10 Minuten Verzögerung gestartet sind, müsste es also mindestens 17:30 Uhr sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zu der Zeit noch solche Lichtverhältnisse geherrscht haben...Außerdem kommen mir die Abstände etwas kurz vor und das Sternwerk soll bereits um 17:45 Uhr fest in deutscher Hand gewesen sein.


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9 Re: Sternwerk im Haumontwald am Di 20 Mai 2014 - 9:02

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Den Bereich würde ich mir auch gerne noch mal genauer ansehen, genauso wie den Ormontwald (Ausgangsstellungen) und weiter nach dem Stollen suchen. Die Südschlucht steht auch noch aus. Allerdings kann ich im Mai leider nicht  Crying or Very sad , Urlaubssperre - zuviele Ausfälle...Ist eigentlich auch besser für eine Herbsttour, da zumindest der Haumontwald im April schon ziemlich dicht war.


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10 Re: Sternwerk im Haumontwald am Di 20 Mai 2014 - 9:58

Gast


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Beeindruckender Sturmangriff ...

Ich würde mal sagen, auf dem Foto ist allenfalls eine erweiterte Kompanie zu sehen, mehr nicht.

Das ist sicher nicht authentisch, zumal am 21.02.1916 ca. 5 -10 cm Schnee lag.

Ormont-Wald steht ja noch aus. Das machen wir aber tatsächlich besser mal im Winter (bei 5 - 10 cm Schnee, vielleicht so um den 21. 23.02. herum).

11 Re: Sternwerk im Haumontwald am Di 27 Mai 2014 - 22:18

JulianJ

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Wenn ich das richtig mitbekommen habe gehts für Timo und Stefan jetzt ja wieder gen Süden - euch viel Spaß und dann berichtet mal ob ihr was neues entdeckt habt!

12 Re: Sternwerk im Haumontwald am Mi 28 Mai 2014 - 13:59

Timo

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Leider kann ich aus diversen Gründen am WE nicht. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Bin ja eh schnell mal vor Ort....  Very Happy 


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Viele Grüsse
Timo        
petitdepot@panoramio

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