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Höhe 542 (Col de la Chapelotte)

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1 Höhe 542 (Col de la Chapelotte) am So 31 März 2013 - 21:12

Wally

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Die Höhe 542 liegt ca. 750 Meter nördlich des Col de la Chapelotte, der die beiden lothringischen Vogesenorte Celles-sur-Plaine und Badonviller miteinander verbindet. Auf der IGN-Karte 3616OT (Le Donon. Lac de Pierre Percée) wird die Höhe als Haut de Faîte bezeichnet, die tatsächliche Höhe liegt laut Karte (und Google Earth) nur bei ca. 520 m. Die Kämpfe auf 542 (und dem östlich anschließenden Kamm bis bis zum Doppelgipfel des Haut des Roches (575 bzw. 578 m) werde detailliert in einem äußerst lesenswerten Buch in französischer Sprache, das auch zahlreiche zeitgenössische Aufnahmen, Karten und Pläne zu diesem Abschnitt enthält:

BOURQUIN, Jacques / FOMRBARON, Jean-Claude / PROUILLET, Yann; La Chapelotte 1914-1918. Secteur oublié du front de Lorraine. Entre le Donon et Raon-l'Etape; Saint-Dié-des-Vosges 2005.

Jacques Bourquin ist Vorsitzender der "Association Vosges en Guerre", die auch ein kleines Museum mit Dokumentationszentrum betreut (vgl. [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] Der Verein bietet Führungen an.

Mit einer dieser Führungen war ich letzten Freitag unterwegs, nach problemloser Kontaktaufnahme trafen wir auf der Passhöhe zwei sogar deutschsprachige Führer, die uns dann über acht Stunden lang größtenteils durch die Reste der deutschen Stellungen führten. Anschließend konnten wir im Museum noch einige Objekte ansehen und teilweise auch in die Hand nehmen.

Die Höhe 542 ist so umgepflügt, wie man es sich nur vorstellen kann, das größte "Loch" stammt von einer deutschen Minensprengung (die Rede ist von 80 Tonnen) im April 1916; ein Grabstein für einige Tote dieser Operation steht ca. 1 Kilometer entfernt am Hinterhang.

Höhe 542
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Sprengkrater vom 24. April 1916
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Grabstein für Gefallene des Tages nach der Sprengung
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In einer zeitgenössischen französischen Darstellung werden die Kämpfe am Col de la Chapelotte mit denen in den Argonnen verglichen.

Die in Richtung Osten (Haut des Roches) anschließenden deutschen Gräben (auch Laufgräben), die von der "Association" nach und nach wieder freigelegt werden, wurden über weite Strecken in den (dort eher weichen) Fels gehauen, ergänzt durch betonierte Posten mit Scharten.

Graben
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Posten mit betonierter Brustwehr
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Die bedauernswerten Franzosen saßen hier unterhalb dieser Stellungen am Steilhang.

Am hinter den deutschen Stellungen nach Nordosten bis zu den Roches Ganaux verlaufenden Kamm (über Haut des Planches) finden sich Spuren der Infrastruktur, so die Trasse einer Förderbahn und (an den Roches Ganaux) das Fundament einer Seilbahnstation, die den Höhenunterschied zu einer tiefer am Hang verlaufenden Feldbahn überwand.

Bahndamm
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Und einen Hinweis auf Verdun haben wir in Raon-l'Étape (im Ende August / Anfang September 1914 umkämpften Tal der Meurthe, westlich von St-Dié) auch gesehen. Der Text lautet (sinngemäß): "Eine Urne mit Erde vom Douaumont wurde am 3. Juni 1956 am Fuß dieses Denkmals eingelassen". Dass offenbar anlässlich ihrer 40. Wiederkehr der Schlacht von Verdun gedacht wurde, obwohl inzwischen ein weiterer Weltkrieg stattgefunden hatte, zeigt, welchen Stellenwert der "Große Krieg" und insbesondere Verdun in Frankreich hatte bzw. bis heute hat.

Tafel am Kriegerdenkmal in Raon-l'Étape
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In dem oben erwähnten Buch von Bourquin et. al. wird im Zusammenhang mit Verdun auch ein zeitgenössischer französischer Bericht zitiert, demzufolge das Artilleriefeuer im Oktober 1916 (Rückeroberung des Douaumont durch die Franzosen) am Chapelotte zu hören war, auch seien die Erschütterungen von den Horchposten wahrgenommen worden (S. 137). In einem Bericht vom Buchenkopf wurde ähnliches vom Beginn der deutschen Offensive berichtet (Historique Resumé du 52e Bataillon de Chasseurs Alpins; Paris 1921, S. 13: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Hinter den deutschen Stellungen am Col de la Chapelotte finden sich auch einige interessante Bauwerke, so etwa ein Hospital mit angeschlossener Kapelle (laut Führern).

Hospital und Kapelle am Hinterhang der Höhe 542
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Wandverzierungen in der Kapelle (mit Giebel)
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Auch unter der Erde gibt es zahlreiche Anlagen, wenngleich leider die große französische Minenanlage zum Schutz der Fledermäuse verschlossen wurde.

Das "usine", d.h. eine französische Stollenanlage mit Generatoren etc.
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